RIKSCHATANGO

Heinrich

von der Haar

Schriftsteller

News

Lea de Gregorio:
taz 23.05.20
» "Einer, der an das Leben glaubt."


Neu erschienen:
»
RikschaTango
Roman


»Interview Kapuzenjunge
Heidi Ramlow

  

Anthologie:

Kindheit in Polen  -

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Jeden 1. Dienstag

» Literaturkreis Eichkamp

© privat  

Erste Stimmen


  • „Ein unterhaltsamer Tangoroman im Berliner Milieu – von luftigen Chimären, die wie auch der Tanz geerdet werden wollen.“  Judith Preuss, malajunta Berlin


  • ""Oscars Eskapaden" ..., dieser sensibler Roman über einen strahlend gewinnenden Verlierer. Es sind ungewöhnliche Einblicke, die uns Heinrich von der Haar da gewährt in die Seele eines beziehungsscheuen alternden Großstadtcowboys auf der Suche nach dem Glück. Der stets klamme Oskar mit seiner arme Freiheit spendenden Ich-AG als RikschaFahrer durchstreift die Berliner Straßen und Milongas. Kein Star der Tangoszene, aber doch einer, der sich immer wieder Hoffnung machen kann, wenn er denn nur richtig reintritt und mit aller Kraft in die Rollen schlüpft, die sein inneres Kind schon ewig übt. Es ist schon hinreißend mitfühlbar, wenn man ihm auf der Schulter sitzt und in den Gedankenfetzen badet, die dem real mit Selbstzweifeln strampelnden Mann durch den Kopf fliegen, wenn er versucht, seine besten Fassaden durch die Milongas der Stadt zu tragen.

    In den literarischen TangoWelten dominieren noch immer die Sehnsüchte der Frauen und die Mächte der Machos. Heinrich von der Haar gewährt uns sensibel tiefe Einblicke in die Verletzlichkeiten des modernen MannSeins und zeigt uns anschaulich und unterhaltsam kurzweilig, wie dieser Mann sich zwischen all den vertrackten Verlockungen fröhlich freier Frauen mit dem Recht auf »female choice« von Hoffnung nährt.“ Tom Opitz, leidenschaftlicher Tangotänzer, Gerhards Tango-Report, 17.06.21


  • "... Die Fallhöhe, deren Opfer Oskar wird, ist hoch. Wie er am Boden ankommt, möge der Leser ...  durch die Lektüre dieses amüsant geschriebenen Buches erfahren. Heinrich von der Haar verwendet saftige, aber auch zarte Bilder. (Es) ... werden die Figuren richtig lebendig. Der Kenner vieler Tangoszenen ... weiß, wie realistisch dieser Jahrmarkt der Eitelkeiten hier dargestellt ist. Und wer beabsichtigt, sich da hineinzubegeben, ist nun ganz gut vorgewarnt. Für’s Herz aber ist die Geschichte allemal – nicht nur für das des Protagonisten Oskar! ..." Karin Riedl, Gerhards Tango-Report, 17.06.21

  • "Erfreulich ist ..., dass der Tango darin tatsächlich eine große Rolle spielt und nicht nur modisches Beiwerk ist. Heinrich von der Haar ist ein Tango-Insider. So beschreibt er ganz viele Tanzszenen, die man so nur kennt, wenn man lange und intensiv auf dem Parkett unterwegs war. Von Erfahrung zeugen auch die immer wieder eingestreuten Tangotitel mit fragmentarischer Übersetzung, die – natürlich passend zur jeweiligen Gefühlslage seiner Hauptfigur – erklingen. Diese und wichtige Tangobegriffe sind am Schluss des Buches in einem Glossar zusammengestellt. Vor allem aber beschreibt der Autor die Verhältnisse – zumindest auf angesagten Großstadtmilongas – wirklich sehr treffend. Für mich wirken sie als Horrorszenario aus Geltungssucht, Eitelkeit und Rangordnungsstreben. Vor allem die Zentralfigur Oskar ist ständig mit der Sortierung und Betreuung seiner Damentruppe beschäftigt. Dabei wird gnadenlos ausgemustert: Nur wenn die Alphafrau nicht verfügbar ist, hat die Beta-Tanguera eine größere Chance. Der Rest hat sich zur Vermeidung von Ausfällen schon mal zur Verfügung zu halten. Das Traurigste daran ist, wie sich die nicht mehr ganz jungen Damen diesem Selektionsprinzip unterwerfen: Nur wer optisch und tänzerisch etwas hermacht sowie auf Annäherungen nicht zimperlich reagiert, hat eine Chance. ... Die sattsam bekannten älteren Kavaliere, die auf den Milongas wirklich hinter jedem Rock her sind, ändern sich nach meinem Eindruck nie – man kann auch einen Fleischerhund nicht auf Tofu konditionieren. ... Ich habe selten eine derart kenntnisreiche und detaillierte Beschreibung der heutigen Verhältnisse auf vielen Milongas gelesen. Vor allem aber kann der Autor wirklich gut schreiben. Ich hatte Lust, sein Buch in einem Zug auszulesen. ..." Gerhard Riedl, Gerhards Tango-Report, 17.06.21

  • "... zuweilen großes Gefühlskino ..., besonders in den opulenten Tanzszenen, wo der Kenner spricht und aus ihm die Leidenschaft." Thomas Frick, Gerhards Tango-Report, 20.06.21

Klappentext


„Ich habe vier Herzkammern, sagt mein Kardiologe. Da kann ich auch vier Frauen lieben.“


Oskar, leidenschaftlicher Tangotänzer, hält sich mit Rikschafahren über Wasser. Dank seiner Tanzkunst glaubt er auch mit sechzig noch, bei allen Frauen sein Glück finden zu können. Die souveräne Beate ist ihm zu spröde, die Kindergärtnerin Katja will ihn nur vereinnahmen, mit der jungen Blonden könnte er glänzen. Doch er lässt alle stehen,
als er auf Sophie trifft, eine rätselhafte und begehrte Schönheit. Mit ihr zu tanzen ist wie ein Traum.
Aber Herzen können brechen.


Ein Liebesroman zwischen Tango und Rikscha.



Leseprobe 1


Plüschsofas und Sessel säumten die Tanzfläche. Das kannte er von anderen Locations. Auf kleinen Tischen davor standen Kerzenleuchter mit Wachsbergen. Die Wände hingen voller Spiegel und Schwarz-Weiß-Fotografien in abgestoßenen Goldrahmen, – die Mischung aus Wohnzimmer und Trödelladen gefiel ihm. Eine junge Frau, die als Argentinierin vorgestellt wurde, spielte in der Saalmitte unter orientalischen Hängelampen auf einem Klavier und sang. Sehnsuchtsvoll zog sie die Silben lang. Oskar wurde feierlich zumute. Sie endete mit corazón – Herz.

Auch mit sechzig noch er suchte noch etwas fürs Herz, eine Frau, die sich aus Liebe auf ihn einließ, nicht wie die, die er bezahlen musste, um sich ein bisschen Wärme zu gönnen, im langen Winter ohne Partnerin. Er erhob sich, ließ die Reihen träge umherstehender Männer an der Theke hinter sich, ging zur Fensterseite, im Blick die tanz- und flirtbereiten Schönen. Rotes Licht zeichnete ihre Gesichter, Schultern und Arme weich. Lust, gesehen zu werden, nahm er in ihren Mienen wahr, im Lächeln, im Aufblühen sehr roter Lippen, in Gebärden, im Übereinanderschlagen nackter Beine. Ja, sie wollten umworben werden, und er wusste, was er an seinen Tanzkünsten hatte.

Die Klavierspielerin stimmte den schwungvollen Tango De mi flor – Von meiner Blume an. Der Rhythmus mit dem staccatohaften Beat reizte Oskar. Er fand Blickkontakt mit einer Schlanken und zwinkerte; sie lächelte. Das Prickeln in seinem Rücken zog sich über die Schultern in die Arme bis in die Fingerspitzen. Er ging auf sie zu und forderte mit Kopfnicken auf. Ein wortloses Ritual, üblich auf allen Milongas der Welt.

Sie schaute weg. ...



Leseprobe 2


Ergänzt durch ein Bandoneon spielte das Klavier den sanft schwingenden Vals Un placer – Ein Vergnügen. Oskar fiel in die Umarmung mit Katja, seine Wange fand ihre. Er folgte der Melodie, dem anspruchsvollen, wechselnden Rhythmus und führte sie in überraschende Wendungen.

„Entschuldige!“ Katja bemühte sich, seine Impulse auszuführen und glaubte, einen falschen Schritt gemacht zu haben. Sie kicherte.  Ihre nackte Schulter, die sich an seine Hemdbrust schmiegte, ihr Busen, weich und weiblich, und der warme Hauch ihrer Lippen an seinem Ohr belebten ihn, je länger sie tanzten, als hätte er neues – mit Champagner versetztes – Blut erhalten.

Das Bandoneon säuselte den süßlich-behäbigen Vals Bailando me Diste un Beso – Beim Tanzen hast du mich geküsst. Das Leben hielt doch immer die passende Musik bereit. Oskars Hand glitt von der Taille hinauf zu ihrem Hals und seine Finger fuhr durch ihr Haar.

Er steuerte ein rotes Sofa in einem halbdunklen Winkel an, das gerade frei geworden war. Kurz bevor sie darauf landen konnten, lachte Katja auf und bremste ihn.
Sie übernahm die Führung, machte einen gekurvten Rückschritt und ging mit ihm in die Drehung, weg vom Sofa. …“

Neuerscheinung

RikschaTango Oskars fünfte Dimension  Roman



164 S.  Kulturmaschinen Juni 2021  

Softcover  ISBN 978-3-96763-158-6      13 €

gebunden ISBN 978-3-96763-159-3      19 €  Leinen mit Schutzumschlag und Lesebändchen


eBook         ISBN 978-3-96763-160-9        €

Nächste Lesungen:

Rezension Karin Riedl - Gerhard Riedl - Tom Opitz Gerhards Tango-Report, 17.06.21