KAPUZENJUNGE Roman

Heinrich

von der Haar

Schriftsteller

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Lea de Gregorio:
taz 23.05.20
» "Einer, der an das Leben glaubt."


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» KAPUZENJUNGE
Roman

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letzte Änderung 29.10.20

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Neuerscheinung        Kapuzenjunge       Roman

Die Geschichte einer Vater-Sohn-Beziehung


528 Seiten -  2. Auflage 2019  Kulturmaschinen   

Paperback ISBN-13: 978-3-96763-004-6   14,80 €           Hardcover ISBN-13: 978-3-96763-005-3   29,50 €

eBook           ISBN:  978-3-96763-006-0      Mobi                  ISBN: 978-3-96763-007-7

Leseprobe: bod

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Klappentext


Heiner hat sein Leben im Griff, als Lehrbeauftragter, mit der attraktiven Freundin Ruth.


Wäre da nicht das traumatisierte, libanesische Waisenkind Jani, das er in sein Herz geschlossen hat und alleinerziehend adoptieren möchte. Für das Jugendamt ein unmöglicher Präzedenzfall.


Ob Heiners Bildungseifer und die bessere Gesellschaft des Berliner Westends Jani wirklich helfen werden, seinen Platz in der deutschen Gesellschaft zu finden?


Der Roman führt in die deutsche Gegenwart des beginnenden einundzwanzigsten Jahrhunderts.


Beklemmend, hart und mitreißend.

Heidi Ramlow

interviewt

Heinrich von der Haar

zu seinem neuen Roman

KAPUZENJUNGE

 2020


Auszug aus dem Interview: hier

 Leseprobe:     Kapuzenjunge    (aus dem 1. Kapitel)

 

… Er hört die Gartenpforte quietschen. Jani läuft herein, zerrt die Schultasche vom Rücken, wirft sie ins Gras, springt Heiner auf den Schoß und drückt sich an ihn. „Geburtstag! Geburtstag!“

Heiner schlingt seine Arme um ihn. „Ich gratuliere dir, mein – mein Sohn.“ ‚Mein Sohn‘ kommt ihm nicht leicht über die Lippen; er fühlt sich als Schwindler.

„Papi, ich zwei Smileys, Malen und Rechnen, alles richtig!“

„Darauf kannst du stolz sein!“ Heiner streicht ihm über das schwarze Lockenhaar. Wäre er nur sprachlich nicht noch weit zurück.

Jani springt auf, rennt zu den Geschenken auf dem Gartentisch, nimmt das größte, reißt das Papier auf. Fetzen fliegen herab. „Ein blauer 4YOU – super!“

„Schön, dass er dir gefällt!“ Heiner streicht sich über seinen Bart. So einen Ranzen braucht Jani. Um hierher zu passen, in den Eichforst, auch mit seiner dunkleren Hautfarbe. Aber das kostet. Sein Beruf Bildungsschwache coachen bringt nicht so viel ein, wie Ärzte und Anwälte verdienen, die hier auch zu Hause sind.

Jani greift das nächste Paket, in blauem Papier. Auch das flattert zerrissen herab. „Playmobilburg. Mit Drachen und Rittern“, jubelt er, betastet gleich eine flache Tüte, schüttet sie aus, lässt sie fallen. Der Papierhaufen wird größer. Ein grünes Schwarzenegger-TERMINATOR–Sweatshirt mit Kapuze. Er zieht es über, stürmt auf Heiner zu, gibt ihm einen Kuss. „Du der beste Papi der Welt!“

Heiner herzt ihn auch. „Die Kapuze ist gut gegen deine Ohrentzündung!“ Er forscht in Janis Gesicht. Ist er zufrieden?

Jani blickt umher, auch unter den Tisch, und zupft Heiner am Arm. „Ein Hamster?“

„Das müssen wir überlegen.“

In Janis Augen entladen sich kleine Wutblitze. „Ich ’n Hamster!“, schreit er, rot im Gesicht.

Diese Ausbrüche! Heiner zieht ihn an sich und streicht ihm über den Rücken. Jani strampelt, reißt sich los.

Heiner sieht Tränen in seinen Augen „Lieber Jani, du möchtest einen Hamster, das verstehe ich, aber ich denke, du kannst noch nicht damit umgehen.“

„Kacke! Du blöd!“ Jani haut mit dem Fuß gegen den Tisch, der schwankt; ein Glas rutscht über den Rand, zerschellt auf den Steinplatten.

„Jani, lass das! Und rede nicht so mit mir.“ Heiner ballt die Faust und starrt auf die Scherben. In ihnen flackert Sonnenlicht. Er bückt sich, greift sie hastig, stößt sich einen Splitter in den Finger. Ein Tropfen Blut tritt hervor, den er ablutscht. Er trägt die Bruchstücke ins Haus, in die Küche und wirft sie in den Müll.

Mit einem Ersatzglas kommt er zurück und sieht, dass Jani – den Fußball neben sich – auf der Wiese Pfosten für zwei Tore mit einem Stein in den Boden rammt; hart schlägt er zu und schlägt, ohne Heiner anzusehen. Hoffentlich beruhigt Jani sich, bevor die Gäste kommen. …

                                        Erste Stimmen


• "...Die stringente Erzählweise folgt ... einer strengen ... Chronologie... In der komplizierten Konstellation der Figuren überstürzen sich die Ereignisse. Dabei meidet von der Haar jede poetische Überhöhung, allenfalls in passgenauen, vergleichenden Metaphern und sparsamen Naturschilderungen entfaltet sich des Autors sprachlicher Feinsinn. Er pflegt einen eingängigen, ungekünstelten Stil, der bis in den Alltagsjargon führt. Letzteres entspricht durchaus dem Milieu heranwachsender Jugendlicher in der zwiespältigen und nicht eben feinen Berliner City ... Durchgängig stark ist der Autor in der fast schlichten Schilderung der irritierenden Ausbrüche des Adoptivsohns und in den Dialogen. Die Konzentration auf die Konflikte erhäht die Intensität der Geschichte. Die tiefe menschliche Tragik ist so lebensprall und erfahrungsnah geschildert - mir fällt keine vergleichbares anderes Buch ein."  Jens Grandt. "Ein Kampf um Liebe und Verachtung." In: SIGNUM - Blätter für Literatur und Kritik, 01.02.20, 21. Jg., Heft 1, S. 174-177 (siehe unten)


• "... Im Mittelpunkt der Handlung steht überwiegend das Vater-Sohn-Verhältnis, das immer angespannter und im Ton schärfer wird. ... Der Junge sieht sich als Außenseiter, ... der Vergleich mit den besser begüterten Nachbarkindern ... ist immer ein Thema sozialer Ausgrenzung. ... Für den Vater beginnt ein langer Weg der Leiden. ...  Trotzdem, wie zur Entspannung eröffnen sich poetische Bilder von idyllischen Natureindrücken, ... auch als Leser hat man literarischen Genuss, aber diese Ruhe täuscht. ... Der Autor erspart den Lesern nichts ... Als Schriftsteller erzählt Heinrich von der Haar eine spannende Geschichte, ... als Sozialwissenschaftlier erforscht er die realen Vorgänge, ... als Pädagoge plädiert er für ein Ethos der Toleranz und unterstützenden Erziehung ... Aber letztlich verkehrt sich das Konstruktive in die Destruktion ... Dass die Drogenszene auch bis in unsere Nachbarschaft reicht, bringt uns diesen Roman näher." Ewald Schürmann: "Ein Westend-Roman mit bitterem Nachgeschmack." In: Jahresheft der Siedlung Heerstraße 1919-1920, 24. Ausgabe, S. 50-52


• "... Ein spannend zu lesendes, aber stellenweise auch bedrückendes Buch, dem viele Leser zu wünschen sind, weil angesichts der vielen Konfliktherde auf der Welt die Zahl der vernachlässigter und entwurzelter Kinder eher noch zunehmen dürfte." Norbert Ahrens. In: Der Humanistische Pressedienst hdp, 02.12.19


• "... von beklemmender Aktualität. Wie kann die Integration eines traumatisierten ausländischen Waisenkindes gelingen? ... Der libanesische Adoptivsohn Jani scheint sich auf der Suche nach seiner Identität durch Drogen und Gewalt zu verlieren; der alleinerziehende Vater Heiner droht trotz seiner Liebe zu dem Sohn zu scheitern. Detailreich und spannend erzählt bis zur letzten Zeile." Heidi Ramlow, Regisseurin und Drehbuchautorin. In: amazon, 05.11.19


• "... erzählt in seinem Roman sehr lebendig und realistisch in verschiedenen Lebensabschnitten die Erlebnisse des alleinerziehenden Heiners mit seinem adoptierten libanesischen Waisenjungen Jani. ... Das Publikum war von der ersten Minute an gefesselt." Silvia Zimmermann. In: Märkische Allgemeine, 13.10.19


• "Elternliebe ... kann helfen, unterstützen, heilen und auch verzeihen. Sie kann aushalten und sie kann durchhalten und ist dabei doch immer voller Hoffnung. Ja, Elternliebe hat auch Sehnsucht nach Erkennen und nach Zuwendung. Kapuzenjunge zeigt uns all die Facetten dieser einzigartigen Liebe. Ein Buch, das uns berührt!" Waltraud M. In: amazon, 12.10.19


• "...  (Im Mittagsjournal sprach man) "über die Rückholung der IS-Kinder und Waisen nach Deutschland ... Plötzlich ergab sich für das Buch von Heinrich von der Haar eine ungeahnte Aktualität. Was ist zu tun? Diese Kinder in dem mörderischen Milieu zu belassen, den Großeltern die Kinder und die Verantworung zu übertragen, diese Kinder zu Hause aufzunehmen und  zu Deutschen und Österreichern zu erziehen? Die Journalistin sprach wörtlich von wandelnden Zeitbomben, die in diesen syrisch/kurdischen Lagern heranwachsen. ...  Nun zu dem neuen Roman ... Heiner hat den libanesischen Jungen, Vollwaise, bei sich aufgenommen, will ihn zu einem vollwertigen und akzeptierten Mitglied der Gesellschaft machen ... Eines steht fest: Schreiben, Spannung aufbauen, das kann (der Autor) ... flüssig geschrieben, die Spannung treibt unerbittlich weiter, es bleibt kaum eine Atempause während der Lektüre. ..." Hans Bäck. In: www.EuropaLiteraturkreis.net/Lesetipp, 23.08.19


• "(Es) entwickelt sich eine Abfolge von emotionalen Höhen und deprimierenden Tiefen. Der Roman zeigt ein ungeschminktes Bild der Berliner Gesellschaft unserer Zeit. ..." Matthias Vogel. In: Berliner Woche, 21.08.19


• " Welch tiefe menschliche Tragik ... und doch auch immer wieder Hoffnung - das hat mich enorm berührt. ... Der Ausgang der Geschichte ist ein wunderbares Loslassen und dennoch Dranbleiben ... Akzeptanz und Liebe haben weiter Bestand ..." kha. In: amazon, 03.08.19


• "Die Geschichte der schwierigen Beziehung eines alleinstehenden Vaters zu einem libanesischen Waisenkind, das er im Westberlin der 1990er Jahre adoptieren will. Der geliebte Bengel verfällt den Drogen, verliert sich in Gewaltexzessen. Wird er noch zu retten sein? Es ist bereits der dritte, autobiografisch unterlegte Roman von der Haars, der in dem kleinen, sehr kreativen Verlag "Kulturmaschinen" erschien." Gert Lange. In: ND, 01.07.19 Archiv

Quelle: "Ein Kampf um Liebe und Verachtung." Jens Grandt. In: SIGNUM - Blätter für Literatur und Kritik, 01.02.20, 21. Jg., Heft 1, S. 174-177

Quelle: Ewald Schürmann. "Ein Westend-Roman mit bitterem Nachgeschmack: "Kapuzenjunge" von Heinrich von der Haar".

In: Jahresheft der Siedlung Heerstraße 1919-1920, 24. Ausgabe, S. 50-52

Lesung in der Alexandrowka vor 130 ZuhörerInnen, Potsdam 17.08.19

Premierenlesung mit 70 Gästen, Bachmann-Bibliothek, Berlin-Charlottenburg, 04.09.19; Matthias Haase (Oboe); Moderation: Dr. W. Fest

Lesung in Päwesin 19.07.19

Lesung im malajunta vor 165 Gästen, Berlin 15.06.19

Lesung in Wulkow, 31.05.19

Lesung bei ver.di, Berlin 12.05.19

Lesung in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam vor 70 Gästen, 09.10.19; mit Matthias Haase (Oboe)

Lesung in Eichkamp, 10.09,19

Lesung in Heckelberg, 20.06.20 mit Frau Sieber, Lyrikerin und Pfarrerin, Heinrich von der Haar und Matthias Hasse, Oboe

Lesung in Eichkamp, 10.09,19; mit Tobias Mattheus (Cello)

Lesung im Kleist-Museum Frankfurt/Oder, 11.08.20

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